Freitag, 30. Dezember 2011

you can tell me how vile i already know that i am


So viele Male habe ich schon gedacht, ich würde Herz- oder Bauchschmerzen nicht überleben oder mir bliebe jeden Moment vor lauter Angst vor dem ach so wichtigen Klausurergebnis die Luft endgültig völlig weg. Wirklich wahre Todesangst erlebte ich gestern, 17 Uhr plus ein paar Minuten zum ersten und hoffentlich letzten Mal. 
Die Schmerzen waren kein Bruch, schon gar keine Prellung und der rote Streifen, der sich mittlerweile meinen halben Fuß hochgeschlichen hatte, kein Ausschlag. Blutvergiftung.  
Ich hatte mich gewehrt, statt zu meinem lieben, weltweit einzig vertrauenswürdigen Arzt zu einem wildfremden Vertreter zu tigern, wollte in Kauf nehmen, auf dem Sofa bis zum neuen Jahr abzuwarten und meinen armen verfluchten Fuß hochzulegen, während andere nächtelang ihre meterhohen Absätze ausführen. Das wäre ein fataler, gefährlicher Fehler gewesen, sagte mir der Kittelträger. 
Traumatisiert aus früheren Jahren balanciere ich nun dreimal täglich medizinballgroße Tabletten zwischen Daumen und Zeigefinger und rede mir ein, dass es um mein Leben geht. 

Ich habe gerade das starke Gefühl, dass ich dankbar sein muss, 2012 erleben zu dürfen. 
Ich wünschte die Welt würde das hier lesen können und, selbst wenn es nur ein kurzer Moment ist, lächeln. Weil es nicht schlimm ist, dass ihr so manches 2011 nicht erreicht habt, das ihr für das Größte der Welt gehalten habt, für das letzte Stück zum Glück, das euch versucht hat das Herz zu zerfetzen, als es ging. Weil es immer schlimmer wird, bevor es besser wird. Weil immer alles ein bisschen schöner ist, als ihr es so ahnt.


Kommentare:

  1. Ich liebe es, wie du schreibst. Ich denke auch immer, alle möglichen Schmerzen nicht zu überleben. Ich wünsch dir ein tolles neues Jahr und viel Glück und Erfolg, auch für deinen süßen Blog. Und deine Schmerzen. Lilly

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  2. Und auch das hast du gemeistert, meine Liebe.

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